Im Wartezimmer am Ende der Nahrungskette
Ein lauer Abend Ende September. Meine Freundin und ich kamen von einer Radtour, wir waren fast zu Hause, da sahen wir dieses Küken am Straßenrand. So groß wie eine Amsel, räudiges Federkleid, Reste von Flaum, das Köpfchen auf die beinahe nackte Brust gedrückt, ein grotesk großer Schnabel. Kurz, potthässlich war das Vieh. Leprafinken, Dachratten, Bazillusbomber. Die stereotypen Synonyme hatten wir sofort im Kopf. Das verlorene Wesen kauerte zwischen abgestellten Autos und wich Passanten kaum noch aus. Weit und breit keine weitere Taube. Die Nacht würde es nicht überleben.
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