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"Her mit dem Sozialticket!" VOLLTEXT

Autor sese am Freitag, 30 Dezember 2011. Veröffentlicht in Januar 2012

Jeder Mensch hat das Recht auf Mobilität. Diese Aussage steht im Mittelpunkt der Aktion Roter Punkt, mit der sich im ganzen VRR unterschiedliche Initiativen für ein 15-Euro-Sozialticket einsetzen. Nach den Ereignissen um die Einführung eines VRR-Sozialtickets ist dies eine weitere Aktion, um auf die Probleme aufmerksam zu machen, mit denen sich einkommensschwache Menschen konfrontiert sehen, wenn sie den öffentlichen Nahverkehr nutzen wollen.


Bereits im Vorfeld der Ratsentscheidungen zum VRR-Sozialticket formierten sich in vielen Städten Initiativen, die sich für ein Sozialticket für 15 Euro einsetzten. Nachdem in Dortmund das vorgeschlagene 30-Euro-Sozialticket des VRR auf kommunaler Ebene abgelehnt wurde, besteht dort die preisgünstigste Chance auf Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs für Menschen mit geringem Einkommen im Kauf eines Tickets für 31,56 Euro, das nur nach 9 Uhr genutzt werden darf. Der Preis dieses Tickets als auch der des in Bochum erhältlichen 30-Euro-VRR-Tickets steht in eklatantem Gegensatz zu dem im Hartz-IV-Regelsatz vorgesehenen Betrag für Mobilität bzw. den öffentlichen Nahverkehr, der abhängig davon, ob ein Fahrrad unterhalten werden soll oder einmal im Jahr eine Reise in ein anderes Tarifgebiet finanziert werden muss, noch 15 bis 20 Euro beträgt.

Mit der Kampagne „Ich nehm dich mit“ bzw. „Aktion Freifahrt“ wird versucht, Fahrgemeinschaften zu organisieren, im Rahmen derer die Besitzer einer VRR-Monatskarte durch einen roten Button an ihrer Kleidung signalisieren, dass sie bereit sind, den Tarifbedingungen entsprechend einen weiteren Fahrgast auf ihrem Ticket mitzunehmen. So erlaubt zum Beispiel das Ticket2000 des VRR an Werktagen nach 19 Uhr und an Wochenenden und Feiertagen ganztägig einen Erwachsenen und drei Kinder bis zu einem Alter von 15 Jahren mitzunehmen. Die Aktion lehnt sich an den Roten Punkt aus dem Jahr 1971 an, den Autofahrer in ihren PKW klebten, um zu signalisieren, dass sie bereit sind, andere Menschen mitzunehmen. Wieder wird versucht, ein Selbsthilfenetz zu spannen und gleichzeitig auf die Probleme aufmerksam zu machen, die Menschen entstehen, die auf Mobilität angewiesen sind, um an einer Verbesserung ihrer persönlichen Situation zu arbeiten.

So ist auch für VerkäuferInnen des Straßenmagazins Mobilität ein wichtiges Thema. VerkäuferInnen, die in Randgebieten verkaufen, müssen einen Großteil des Erlöses aus dem Zeitungsverkauf in Tickets investieren. Ein bezahlbares Sozialticket würde auch hier eine erhebliche Erleichterung darstellen. Gerade in vielen Vororten und Randbezirken ist das Straßenmagazin oft nur unregelmäßig oder gar nicht zu bekommen, da viele Verkäufer die Fahrtkosten nicht aufbringen können. (sese)

INFO
Den roten Button bekommen sie kostenlos im bodo-Bücherladen in der Mallinckrodtstraße 270 in Dortmund und in der bodo-Anlaufstelle in der Stühmeyerstraße 33 in Bochum.

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