3. Juni 2015 | Straßenmagazin |

Tod im Stahlwerk

Dortmund 1969. Die Hoeschianer feiern. 30 Pfennig mehr pro Stunde, ihr Streik war erfolgreich. Der junge Freddy, Betriebsratssohn, wird von einer Lok überfahren, der Lokführer war betrunken. Konfirmiert hat den Jugendlichen Pfarrerin Martha Gerlach, die Ich-Erzählerin, eine der ersten Frauen im Amt.

Sie schlägt sich mit „Kirchens“ herum und gerät selbst in Verdacht, mit dem toten Konfirmanden in mehr als nur in seelsorgerischem Kontakt gestanden zu haben.

„Tod im Stahlwerk“ ist der dritte historische Dortmund-Krimi von Anne-Kathrin Koppetsch, selbst Pfarrerin in der Paul- Gerhardt-Gemeinde. Was der solide erzählte Krimi-Plot durchaus gut eingefängt, sind das Klima und die soziale Wirklichkeit der späten 60er Jahre zwischen dem biederem (Industrie-)Dorfidyll der alten Werte und proletarischem Selbstbewusstsein in Zeiten der Vollbeschäftigung. Und mal ehrlich: Meine Güte, ist früher lange her.

Wer diese irgendwie erstaunlich ferne Zeit in spannend-leichte Kriminalromane verpackt erfahren oder erinnern möchte, dem sei Koppetschs Reihe empfohlen.

Buchpremiere ist am 11. Juni um 19.30 Uhr in der Stadt- und Landesbibliothek Dortmund.

Anne-Kathrin Koppetsch
Tod im Stahlwerk
ISBN: 978-3954515288
Emons | 9,90 Euro