18. Januar 2017 | Neues von bodo | bp

Von "Horden im Norden" zur "No-Go-Area"?

Bastian Pütter spricht in der Steinwache über Nordstadt

Bastian Pütter spricht in der Steinwache über Nordstadt

Die „neuen“ Fremden kommen stets unerwartet, selbst in der eigens für Zuwanderer gebauten Dortmunder Nordstadt. Dabei sind die Elemente des Sprechens und Handelns angesichts neuer Zuwanderung in die Nordstadt unbewusste Wiederholungen. Über Bilder der Nordstadt spricht Bastian Pütter, Historiker und Leiter des Straßenmagazins bodo, am Donnerstag, 19. Januar, um 19 Uhr in der Mahn- und Gedenkstätte Steinwache.

Ob „No-Go-Areas“ (die Empörung über die Grenzen der Durchsetzbarkeit von Ordnung), „Ekelhäuser“ (die Ethnisierung prekären Wohnens), „Task-Forces“ (die selektive Anwendung von Ordnungsrecht), „Arbeiterstrich“ (die Erzählung von Ausbeutung ohne Ausbeuter) oder der Topos „Ausländerkriminalität“: Migration erzeugt Konflikte, Deutungsmuster und Strategien staatlichen Handelns von erstaunlicher historischer Stabilität. Von der Massenzuwanderung ländlicher Unterschichten im 19. Jahrhundert über die „Gastarbeiter“ und ihre Familien bis zu EU-NeubürgerInnen und Geflüchteten zeichnet der Vortrag vergessene Kontinuitäten nach. Ein Plädoyer für eine erweiterte Perspektive.