28. Februar 2017 |

1945: Angekommen im Ruhrgebiet

Diskussion zu Flucht und Vertreibung am 5. April

Das 1946 gegründete Bundesland Nordrhein-Westfalen galt in den 1950er Jahren als das „Flüchtlingsland der BRD“. Im Wiederaufbau nahm NRW die meisten Vertriebenen auf, die sich innerhalb der BRD umsiedeln ließen. 1953 stellten die 1,8 Millionen Vertriebenen knapp 13 Prozent der Bevölkerung, hinzu kamen zahlreiche Flüchtlinge aus der damaligen DDR. Wie verlief das Ankommen im fremden Westen damals, wo und wie kamen Menschen unter, wie gelang Integration und Solidarität? Darüber sprechen wir am 5. April im Rahmen des Internationalen Frauenfilmfestivals Dortmund|Köln mit der Historikerin Dagmar Kift.

Direkt nach Kriegsende waren die meisten Flüchtlinge und Vertriebenen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten noch in andere Bundesländer geleitet worden, weil die Städte und Verkehrswege in NRW zu stark zerstört waren. Sie hatten 1945/46 einen zermürbenden Weg hinter sich, geprägt von Angst, Hunger und Gewalt. Weder sie noch die Einheimischen wussten, was auf sie zukommen würde.

Es gibt Unterschiede, vor allem aber viele Parallelen zwischen damals und den Fluchtbewegungen heute. Dem schnellen, oft mehr provisorischen Unterbringen bei Familien folgte eine lange Phase des Ankommens und Miteinanderlebens, in der sich NRW heute wieder befindet. Historische Filmaufnahmen aus der Region und Zeitzeugenberichte bilden die Folie für ein Gespräch mit der Historikerin Dr. Dagmar Kift.

Dr. Dagmar Kift ist stellvertretende Museumsdirektorin des LWL-Industriemuseums. Sie studierte Geschichte und Germanistik an der Freien Universität Berlin sowie am St Anne’s College und St Antony’s College der Universität Oxford. Ihre Forschungs- und Publikationsschwerpunkte sind die Arbeiter-, Jugend- und Revierkultur, die Bergbau-, Frauen- und Freizeitgeschichte sowie die Themen Migration und kulturelle Vielfalt.

Flucht und Vertreibung
1945: Ankommen im Ruhrgebiet
am Mittwoch, 5. April,
20 Uhr,
im bodo-Buchladen,
Schwanenwall 36-38,
44135 Dortmund