2. Juli 2013 | Soziales |

Unverstandene Arme

Die FH Düsseldorf hat in einer Studie 124 sogenannte „Armutszuwanderer“ aus Rumänien und Bulgarien interviewt. Die Antworten unterscheiden sich deutlich von den Einschätzungen der Experten der Wohnungslosenhilfe, deren Einrichtungen sie nutzen.

74 Prozent der Neuzuwanderer gaben an, dauerhaft hier bleiben zu wollen, 37 Prozent sagen von sich, eine Ausbildung zu haben. Mehr als die Hälfte erklärte, Gelegenheitsjobs, auch Schwarzarbeit, anzunehmen, fast die Hälfte sammelt Flaschen. 31 Prozent sagen, dass sie betteln, 13 Prozent geben zu, sich zu prostituieren – es waren mehrere Antworten möglich.
Mitarbeiter der Wohnungslosenhilfe – 57 Mitarbeiter aus 28 Hilfseinrichtungen – gaben hingegen an, dass die Zuwanderer vorwiegend mit Prostitution und Betteln ihren Lebensunterhalt bestreiten. Bei mehr als der Hälfte vermuten sie „illegale Geschäfte“.
Fast alle Zuwanderer wünschen sich hingegen Hilfe bei der Arbeits- und Wohnungssuche und beim Deutschlernen. 77 Prozent würden sich ehrenamtlich engagieren, um beim Aufbau eines Hilfsangebots für ihre Landsleute mitzuarbeiten.