4. August 2014 | Soziales |

Obdachlose und psychische Erkrankungen

Foto: INSP

Schwere psychische Erkrankungen und Suchtverhalten – wohnungslose Menschen sind weitaus häufiger betroffen als andere Menschen. Das ist das Fazit der „Seewolf“-Studie der TU München, der bisher größten Wohnungslosen-Studie Deutschlands.

232 Bewohnerinnen und Bewohner unterschiedlicher Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe im Großraum München nahmen daran teil, 80 Prozent davon Männer, Altersdurchschnitt 48,1 Jahre. Über 93 Prozent sind der Studie zur Folge im Laufe ihres Lebens schon mal psychiatrisch erkrankt, 41,6 Prozent der Befragten gaben an, schon in Kindheit und Jugend psychisch auffällig gewesen zu sein. Bei fast drei Viertel der untersuchten wohnungslosen Menschen besteht eine akute psychiatrische Behandlungsbedürftigkeit, nicht selten wegen Schizophrenien, Depressionen und Manien. Oft kommt Alkohol als Bewältigungsstrategie hinzu – und führt zu Missbrauch und Sucht. Für die Forscher ganz klar: Das Hilfsund Versorgungsangebot für diese vom Leben benachteiligten Menschen muss dringend verbessert werden.