15. September 2017 | Pressemitteilung | age

Notunterkünfte für alle öffnen

Männerübernachtungsstelle zieht in die Adlerstraße

Männerübernachtungsstelle zieht in die Adlerstraße

Am 18. September schließt die Männerübernachtungsstelle in der Unionstraße ihre Türen. An dieser Stelle soll ein Neubau mit mehr Schlafplätzen entstehen. Bis dahin zieht die Einrichtung in die ehemalige Abendrealschule in der Adlerstraße um. Der gemeinnützige bodo e.V. fordert unbürokratische Zugänge zu Notunterkünften.

In der ehemaligen Unterkunft für Geflüchtete sollen bis zu 70 Menschen untergebracht werden können. „Das sind zwar mehr Plätze, als jetzt in der Unionstraße vorhanden sind. Doch wir fürchten, dass die Kapazitäten nicht ausreichen“, sagt bodo-Vertriebsleiter Oliver Philipp.

Denn die Wohnungslosenzahlen in NRW sind deutlich gestiegen: Bei der letzten Erhebung (30. Juni 2016) waren bei den Trägern der Wohnungslosenhilfe und der Stadt 663 Menschen registriert, ein Drittel mehr als im Jahr zuvor. bodo geht davon aus, dass sich auch die Zahl der ganz ohne Obdach in Dortmund lebenden Menschen weiter erhöhen wird.
Die Stadt teilt mit, man habe die Rahmenbedingungen und das Fachkonzept an den neuen Standort angepasst. „Wir hoffen, dass damit auch der Zugang zu den Unterkünften leichter wird“, sagt Oliver Philipp. Im Moment muss die Übernachtung in der Männerübernachtungsstelle gezahlt werden – entweder vom Sozialamt, dem Jobcenter oder dem Betroffenen selbst.

Dabei sind Kommunen ordnungsrechtlich grundsätzlich zur Unterbringung von obdachlosen Menschen verpflichtet. „Diese Pflicht darf nicht davon abhängen, welcher Wohnort im Personalausweis oder welches Herkunftsland im Pass steht“, so Philipp. „Die Nothilfeeinrichtungen müssen für alle offen sein, die kein Dach über dem Kopf haben – gerade jetzt in der kühleren Jahreszeit.“