4. Dezember 2012 | Straßenmagazin | Soziales |

Netzwelt: wheelmap.org

Soziales, Kultur, Politik – Jeden Monat stellt bodo ein Online-Projekt vor, das die Welt ein bisschen besser macht: www.wheelmap.org

Welche Hürden muss ich überwinden, wenn ich einen Kaffee trinken oder ein Buch kaufen will? Diese oder ähnliche Fragen stellen sich viele der 1,6 Millionen Rollstuhlfahrer in Deutschland täglich. Mit dem Ziel, den Alltag von Menschen mit Behinderung ein wenig einfacher zu gestalten, ist 2010 die Webseite wheelmap.org gestartet. Eine große Landkarte, auf der öffentliche Orte zusammen mit Informationen zu ihrer Barrierefreiheit gesammelt werden, soll Menschen mit eingeschränkter Mobilität helfen, ihren Alltag einfacher und aktiver zu erleben.

Wheelmap.org basiert auf dem Kartenmaterial von OpenStreetmap, einer freien digitalen Weltkarte. Nach einer kurzen Registrierung kann jeder Nutzer selbst Orte auf dieser Karte eintragen und sie nach einem einfachen Ampelsystem bewerten. Ist ein Ort als grün gekennzeichnet, bietet er uneingeschränkten Zugang. Orange weist auf eingeschränkte Barrierefreiheit hin, weil zum Beispiel eine Stufe den Eingang erschwert oder weil keine passenden Toiletten vorhanden sind. Orte, die rot auf der Karte angezeigt werden, sind für Rollstuhlfahrer nicht nicht zugänglich.
Betrieben wird die Webseite vom Verein Sozialhelden e.V., einer Gruppe engagierter Menschen, die seit 2004 gemeinsam Projekte entwickeln, um auf soziale Probleme aufmerksam zu machen. Die ursprüngliche Idee für wheelmap.org hatte Raul Krauthausen, selbst Rollstuhlfahrer und Mitgründer der Sozialhelden, als er sich darüber ärgerte, immer das gleiche Café besuchen zu müssen, da ihm Informationen über die Barrierefreiheit anderer Lokale fehlten. „Als Berliner kann ich jetzt herausfinden, wo ich bei einem München- Aufenthalt meine Weißwurst essen kann, ohne draußen vor der Tür kehrt machen zu müssen“, freut er sich über die mittlerweile 250.000 auf wheelmap.org eingetragenen Orte. Täglich werden es ca. 200 mehr. „Wir wollen bundesweit – und auch international – immer bekannter werden, um mehr und mehr Rollstuhlfahrern einen aktiven und abwechslungsreichen Lebensstil zu ermöglichen.“