2. Juli 2014 | Straßenmagazin |

Netzwelt: therefugeeproject.org

Soziales, Kultur, Politik – Jeden Monat stellt bodo ein
Online-Projekt vor, das die Welt ein bisschen besser macht:

www.therefugeeproject.org

Meist tauchen Meldungen zu Menschen, die vor Krieg oder Verfolgung aus ihrem Heimatland fliehen, nur als punktuelle Nachrichten, gekoppelt an ein konkretes Ereignis in den Medien auf. Mit dem Ziel, einen globalen und historischen Überblick über die Flüchtlingsbewegungen der letzten vierzig Jahre zu geben, ist Anfang des Jahres die Webseite therefugeeproject.org gestartet.

Das „Refugee Project“, eine Zusammenarbeit zwischen Hyperakt, einer New Yorker Design- Agentur und dem Medien- und Designkünstler Ekene Iieoma, visualisiert weltweite Bewegungen von Flüchtenden auf einer großen Weltkarte. Sortiert nach Jahren, beginnend 1975, lassen sich zu jedem Land die eintreffenden oder ausgehenden Flüchtlingsströme in Form von dünnen Linien, die Herkunftsland und Zielland verbinden, anzeigen. Zusätzlich präsentiert die Webseite konkrete Zahlen zu jedem Land. Bei größeren Fluchtbewegungen, die an bestimmte politische oder gesellschaftliche Ereignisse geknüpft sind, werden kurze Artikel, die den historischen und sozialen Hintergrund erläutern, in die Seite eingebunden. Die Datengrundlage der Webseite basiert auf Informationen des UNO- Flüchtlingskommissariats (UNHCR) und der Vereinten Nationen.

Die Idee zu der Webseite entstand auf einer Konferenz zur Datenvisualisierung in Genf, als das Team von Hyperakt erkannte, auf welche immensen Datenmengen die UN zurückgreifen kann. „Mit dem Ziel, aktuelle Flüchtlingskrisen, wie zum Beispiel die in Syrien, besser einordnen zu können, hatten wir die Idee, dass es sehr nützlich sein könnte, alle Flüchtlingsbewegungen weltweit zu visualisieren und zu vergleichen und das am besten für einen längeren Zeitraum und nicht nur für ein Jahr“, so Deroy Peraza von Hyperakt.

Bisher wurde die Webseite seit ihrem Start Anfang des Jahres über eine Million Mal aufgerufen. „Wir planen auch weiterhin, an der Webseite zu arbeiten, aber dabei müssen wir natürlich auch immer die Finanzierung im Blick behalten. Wir würden das Projekt zum Beispiel gerne um Erfahrungsberichte von einzelnen Flüchtenden erweitern, um die Webseite dadurch um persönliche Perspektiven zu ergänzen. Bisher haben wir nur die Spitze eines Eisbergs erfasst, an dem es noch sehr viel mehr zu erforschen gibt.“