24. Januar 2014 | Straßenmagazin |

Netzwelt: invisiblepeople.tv

Foto: Screenshot

Soziales, Kultur, Politik – Jeden Monat stellt bodo ein
Online-Projekt vor, dass die Welt ein bisschen besser macht:

www.invisiblepeople.tv

Über 580 Video-Porträts von Obdachlosen aus ganz Amerika präsentiert das Blog „invisiblepeople“. In kurzen Video-Clips von wenigen Minuten Länge erzählen Obdachlose ihre Geschichten. Interviewt und gefilmt werden sie dabei von Mark Horvath. Der einstige Medienmacher lebte einige Zeit selbst auf der Straße. Seit sechs Jahren reist der 49jahrige durch die USA und filmt Interviews mit Menschen auf der Straße, die er auf der Videoplattform Youtube veröffentlicht.

Der Name „Invisiblepeople“ entstand durch eine Geschichte über einen in Los Angeles lebenden Obdachlosen, so schreibt der Gründer der Seite. Völlig überrascht zeigte sich dieser auf der Straße lebende Mann, als er von einem Jungen angesprochen wurde. Die Erfahrung permanent von seiner Umwelt und seinen Mitmenschen ignoriert zu werden, hatte ihn davon überzeugt, unsichtbar zu sein. Daher der Titel „Unsichtbare Menschen“.

Neben den Videos und Interviews veröffentlicht Horvath auf dem angeschlossenen Blog Geschichten zum Thema Obdachlosigkeit, besucht Hilfseinrichtungen und stellt Projekte vor. Um die Porträts zu verbreiten, nutzt die Seite die unterschiedlichsten Social-Media-Kanäle im Internet. Über 25.000 Leute folgen der Seite auf dem Kurznachrichtendienst „Twitter“. Bilder von Menschen, die auf der Straße leben, werden auf den Fotoportalen „Instagram“ und „Flickr“ veröffentlicht. 40.000 Leute schauen sich die Videos im Monat an. Seine Arbeit finanziert er durch Spenden von Besuchern und Unterstützern des Projekts.

Ganz bewusst versucht „Invisiblepeople“ die Art und Weise, wie über Obdachlosigkeit berichtet wird, zu verändern. Weg von Statistiken, politischen Statements und Lobbyarbeit hin zu den persönlichen und einzigartigen Geschichten jedes einzelnen Menschen, der auf der Straße lebt. So spricht Horvath mit jungen Frauen, alten Vietnam-Veteranen, Erwachsenen und Teenagern, die gerade ihre Familie verlassen haben. Mit dabei immer der Optimismus des Machers: „Das Wichtigste, was ich den Zuschauern mitgeben möchte, ist, dass Obdachlosigkeit ein Problem ist, das wir gemeinsam lösen können“.