3. Januar 2013 | Straßenmagazin | Soziales |

Netzwelt: foodsharing.de

Soziales, Kultur, Politik – Jeden Monat stellt bodo ein Online-Projekt vor, das die Welt ein bisschen besser macht: www.foodsharing.de

Über 80 Kilo Lebensmittel wirft jeder Deutsche durchschnittlich pro Jahr in den Müll. Mehr als die Hälfte davon wäre noch verwertbar gewesen. Diesem Trend möchte das Projekt foodsharing.de entgegenwirken. Auf der seit einem Monat existierenden Online-Platform können angemeldete Nutzer Nahrungsmittel, die sie nicht mehr benötigen, anderen Menschen zu Verfügung stellen. So landet weniger Essen im Müll und gleichgesinnte Menschen kommen über das Thema Lebensmittelverschwendung in Kontakt.

Hat man selbst zu viele Lebensmittel im Haus, sei es, weil man zu viel eingekauft hat, der Kühlschrank vor Urlaubsbeginn noch voll ist oder der eigene Obstbaum mehr Früchte trägt, als man selbst verbraucht, kann man diese auf der Onlineplattform einer sinnvollen Verwendung zuführen. Nach einer kurzen Anmeldung mit Name und E-Mail-Adresse kann man auf dem Portal sogenannte „Essenskörbe“ anlegen. Das sind virtuelle Listen, auf denen man die eigenen überschüssigen Bestände einträgt. Diese „Essenskörbe“ werden auf einer großen Karte angezeigt und geben einen Überblick über die Angebote in der eigenen Nachbarschaft. Mit nur wenigen Klicks können diese angefragt werden. Online wird ein Treffen vereinbart, an dem die Lebensmittel an ihren neuen Verbraucher übergeben werden.
Ins Leben gerufen wurde das Projekt Anfang 2012 von einer Gruppe engagierter Bürger. Mittlerweile kümmert sich ein gemeinnütziger Verein, der gegründet wurde, als sich immer mehr Unterstützer für die Idee fanden, um das Projekt. Federführend dabei ist der Journalist und Filmemacher Valentin Thurn, der sich bereits mit seinem Dokumentarfilm „Taste the Waste“ mit dem Thema Lebensmittelverschwendung auseinandersetzte. Bei dem Projekt geht es ihm aber nicht nur um den unmittelbaren Nutzen, der für alle Teilnehmer entsteht, sondern auch darum, eine Veränderung im Umgang mit Lebensmitteln zu bewirken. „Es geht mit nicht darum, den einen Salatkopf zu retten. Ich möchte einen mentalen Wandel in den Köpfen der Leute in Gang setzen“, beschreibt er seine Motivation. „Ich möchte, dass das Teilen von Essen wieder etwas ganz Normales wird.“