13. Januar 2014 | Straßenmagazin |

Netzwelt: bo-alternativ.de

Soziales, Kultur, Politik – Jeden Monat stellt bodo ein
Online-Projekt vor, das die Welt ein bisschen besser macht:

www.bo-alternativ.de

Was hat Bochum Berlin und den meisten anderen Großstädten voraus? Die Antwort findet sich unter der Adresse von „bo-alternativ.de“. Martin Budich betreibt mit einer kleinen Redaktion ein alternatives, strikt lokales Nachrichtenblog – entstanden als es so etwas wie Blogs noch gar nicht gab. In diesem Jahr wird „bo-alternativ“ 15 Jahre alt und hat nichts von seiner Relevanz eingebüßt.

Die klar gestaltete Seite gliedert sich in eine Nachrichtenspalte und einen Terminkalender, daneben sind Bochumer Organisationen und Initiativen verlinkt. Was „bo-alternativ“ konkurrenzlos macht, sind die mit viel Überblick zusammengestellten Nachrichten aus dem alternativen Bochum. Am Anfang musste die Redaktion selbst aufwendig suchen und zusammentragen, inzwischen kann nur noch ein kleiner Teil der eingesandten Texte veröffentlicht werden. „Von den bald 40.000 Meldungen war in den 15 Jahren nur eine Hand voll falsch, darauf sind wir stolz“, so Budich. Im Zweifel bedeutet das aufwendige Recherche, und das Zurückgreifen auf ein riesiges Netzwerk.

„In erster Linie sehen wir uns als Sprachrohr der Initiativen“, sagt Martin Budich. Zurzeit kommen gut 80 Prozent der veröffentlichten Texte von den Initiativen selbst. „Wir können darauf vertrauen, dass sie das erklären, was in der Stadt passiert.“ Sei es der ADFC, der die Fahrradpolitik der Stadt vorführt, der DGB, der die nicht geschönten Arbeitslosenzahlen veröffentlicht oder linke und Antifagruppen, deren Meldungen keinen Eingang in die Mainstream-Presse finden.
„Nur wenn Gegenöffentlichkeit fehlt, wie zuletzt im Falle des Nazi-Outings in der Ruhruni und den schlimmen Texten von WAZ und RN, recherchieren und schreiben wir selbst, eben bis die ihre Berichterstattung ändern. Das passiert dann ja auch.“

Für Journalisten und die Lokalpolitik ist „bo-alternativ“ Pflichtlektüre. „Die Hauptzielgruppe sind allerdings Leserinnen und Leser überregionaler Tageszeitungen wie taz, FR oder SZ, die sich im Lokalen nicht bei WAZ oder Ruhr Nachrichten informieren möchten“, sagt Budich. 5.000 Zugriffe zählt die Seite pro Tag, in jeder Woche lesen 10.000 verschiedene Nutzer Beiträge auf „bo-alternativ“.
„Natürlich sind wir einseitig“, kommentiert Budich einen immer wieder gehörten Vorwurf: „Wir sind für Frieden, Gleichberechtigung und gegen Nazis. Wenn das einseitig ist….“