14. Oktober 2016 | Pressemitteilung |

Stadt muss Verantwortung übernehmen

Kommunaler Wohnungsbau bleibt in Dortmund notwendig

Kommunaler Wohnungsbau bleibt in Dortmund notwendig

Bei der Stadt Dortmund stehen nach einem Bericht der Ruhr Nachrichten Planungen für den kommunalen Wohnungsbau auf der Kippe. In Zeiten, an dem die Mieten weiter steigen und günstige Wohnungen kaum noch vorhanden sind, wäre ein Rückzug der Stadt vom Wohnungsmarkt ein fatales Signal.

Weil die Flüchtlingszahlen gesunken seien, gebe es weniger Bedarf an kommunalem Wohnungsbau, heißt es laut den Ruhr Nachrichten von Stadtdirektor Jörg Stüdemann, der außerdem ein hohes Interesse bei Privatinvestoren sehe. Darum wird nun überlegt, aktuelle Planungen zum kommunalen Wohnungsbau zu stoppen.

Das ist jedoch falsch, sagt Bastian Pütter von bodo e.V.: „Der Bedarf an günstigem Wohnraum sinkt nicht, er steigt. Ein Sechstel der in Dortmund lebenden Menschen erhält Transferleistungen und ist besonders auf bezahlbare Wohnungen angewiesen – nicht nur Geflüchtete, sondern auch Ältere, Einkommensschwache, Alleinerziehende, prekär Wohnende, Wohnungslose, Geringverdienende und Studierende, die bei der Wohnungssuche abwägen müssen, was sie sich leisten können.“

Weil die Mieten, auch in Dortmund, weiter steigen, laute die Antwort darauf immer häufiger Nein. „Die Bedürfnisse dieser Menschen werden ignoriert, wenn die Stadt auf Privatinvestoren setzt, mit denen Kaltmieten von 5,24 Euro pro Quadratmeter einfach nicht zu machen sind.“

Die Stadt selbst wisse, dass der Wohnungsmarkt nicht nur im niedrigen, sondern zunehmend auch im mittleren Preissegment angespannt ist, die Verwaltung selbst nennt einen jährlichen Bedarf von 2.000 bis 3.000 Wohnungen. Das werde auch im öffentlichen Raum stärker sichtbar: „Unsere VerkäuferInnen müssen bei der Wohnungssuche mittlerweile monatelange Wartezeiten in Kauf nehmen. Zudem nehmen wir derzeit wieder mehr Menschen im Stadtraum wahr, die auf der Straße leben“, stellt Pütter fest. Zu den zögerlichen Entwicklungen bei der Wohnraumschaffung der Stadt sagt er: „Wir waren auf dem richtigen Weg, auch wenn die Ergebnisse weit hinter dem Bedarf zurückblieben. Geplante Projekte nun auf Eis zu legen, wäre ein fatales Zeichen.“