30. April 2018 | Straßenmagazin | age

"Kohle weg?!"

Ausstellung mit Fotografien von bodo-VerkäuferInnen

Ausstellung mit Fotografien von bodo-VerkäuferInnen

Da ist der Ausblick aus dem Fenster, der Hund, der im Brunnen spielt, der schneebedeckte Boden am Wintertag. Die Fotografien zeigen Momente und Orte, die für ihre Fotografen besonders, wertvoll sind. Die Fotografen sind bodo-Verkäuferinnen und -Verkäufer, die Bilder Teil einer Ausstellung im Dortmunder U sind. „Kohle weg?!“ heißt das Projekt.

Bewusst spielt die UZWEI, die Etage für Kulturelle Bildung im Dortmunder U, im Jahr der letzten Zechenschließung im Ruhrgebiet mit der doppelten Bedeutung des Begriffs. „Kohle“ steht gleichermaßen für das, was einst Grundlage war für die industrielle Entwicklung des Ruhrgebiets war, wie als Synonym für Geld.

In „Kohle weg?!“ geht es um zweiteres. In einer Mischung aus Ausstellung und Installation und Aktionen steht die Frage im Zentrum, welche Dinge einen Wert haben, der nicht nur ein materieller ist, was Armut bedeutet, woran man reich sein kann außer an Geld. Familie, Freunde, Erinnerungen werden in den ganz unterschiedlichen Zeichnungen, Collagen und Fotografien betont, die Kinder der Petri-, der Oesterholz- und der Fine-Frau-Grundschule und Dortmunder Jugendliche für die Ausstellung angefertigt haben.

Und auch bodo-Verkäuferinnen und -Verkäufer haben das Projekt mitgestaltet: Ausgestattet mit Einwegkameras haben Ralph, Lamiita, Michael, Norbert und Jessica Ausschnitte ihres Lebens fotografisch eingefangen und dabei unmittelbar alltägliche und besondere, wertvolle Momente und Situationen festgehalten. Die dabei entstandenen Fotografien sind ebenfalls Teil der Ausstellung.