30. November 2016 | Neues von bodo |

Der bodo-Jahresbericht 2016

Liebe bodo-Unterstützerin, lieber bodo-Unterstützer,

Ein Jahresbericht, bevor das Jahr endet? Den 20. Geburtstag des Straßenmagazins im vergangenen Jahr hatten wir zum Anlass genommen, im Dezember, zum Abschluss des Jubiläumsjahres einen vorgezogenen Jahresbericht zu veröffentlichen. Statt des Kalenderjahres betrachteten wir bei der Auswertung einfach das letzte Quartal des Vorjahres und die ersten drei Quartale des laufenden Jahres.

Uns gefiel die Idee, die Hintergründe und Fakten unserer Arbeit mit allen LeserInnen des Dezemberhefts des Straßenmagazins zu teilen. Unsere VerkäuferInnen freuten sich darüber, mit einem um ein Viertel umfangreicheren Heft werben zu können. Also haben wir dieses Modell beibehalten.

Gleichzeitig erhöht dieses Vorgehen die Vergleichbarkeit mit dem Vorjahr, so dass sich kurz zusammenfassen lässt: Mehr Veranstaltungen, mehr Beratungen, mehr Buchkunden , mehr Aufträge für unser Transportteam.

Zu unserer großen Überraschung steht einem mehr an Ausgaben auch ein Anstieg der Spendeneinnahmen gegenüber. Ehrlich gesagt haben wir damit wirklich nicht gerechnet, fällt doch unser Berichtszeitraum mit dem Höhepunkt der Flüchtlings-„Krise“ zusammen. Die beispiellose Hilfsbereitschaft bei der Unterstützung Geflüchteter hat ganz natürlich auch zu veränderten Spendenzielen geführt, und wir rechneten damit, auch davon betroffen zu sein. Stattdessen erleben wir, dass unsere Arbeit – die übrigens keine Unterschiede macht, wo jemand herkommt – weiterhin von Ihnen wertgeschätzt und für wichtig erachtet wird. Herzlichen Dank für dieses Vertrauen!

Der Zuzug so vieler Menschen, die alles verloren hatten und zunächst ein Dach über dem Kopf brauchten, veränderte natürlich auch für unsere Arbeit: Arabisch sprechende Praktikanten, plötzlich Beratungsbedarf zum Asylbewerberleistungsgesetz, neue Kooperationen mit neuen Akteuren, etwa bei der sinnvollen Verteilung von Sachspenden, ließen unsere Arbeit spannend bleiben. Schnell merkten wir, dass eine Aufgabe – die wir schon aus dem Feld der EU-Neuzuwanderung kennen – sein würde, aktiv dagegen zu werden, dass wieder Gruppen gegeneinander ausgespielt werden.
Mit Ihrer Unterstützung arbeiten wir weiterhin daran, Perspektiven für Menschen in Not zu eröffnen, Obdachlosigkeit zu beenden und den Menschen am Rand eine Stimme zu geben.

Mit herzlichen Grüßen
Tanja Walter