9. Oktober 2015 | Soziales | Redaktion

Diakonie Bochum: Unterkünfte für Wohnungslose werden knapp

Die Innere Mission Bochum warnt, geeignete Unterkünfte für obdachlose oder von Obdachlosigkeit bedrohte Menschen werden selten in Bochum: „Die Wohnungsknappheit wirkt sich auch auf Wohnungslosenhilfe aus.“

Bundesweit steigt die Zahl wohnungsloser Menschen. Auch in Bochum sieht die Wohnungslosenhilfe der Inneren Mission – Diakonisches Werk Bochum e.V. verstärkt Probleme. „Der Wohnraum für unseren Personenkreis wird knapp, die zur Zeit viel diskutierte Wohnungsknappheit in Bochum wirkt sich mittlerweile deutlich auf unsere Wohnraumvermittlung für obdachlose oder von Obdachlosigkeit bedrohte Menschen aus“, sagt Leiterin Gerlinde Fuisting.

In Bochum sei zu beobachten, dass besonders kleine, preiswerte Wohnungen rar werden, die Nachfrage treibe Mieten in die Höhe und deshalb steige auch hier das Risiko, auf der Straße zu landen.
„Das liegt am über Jahrzehnte vernachlässigten Sozialen Wohnungsbau und der gestiegenen Nachfrage vieler Nutzergruppen an bezahlbaren und angemessenen Wohnraum. Auch viele der angekommenen Menschen mit Fluchthintergrund benötigen dringend Wohnungen dieser Art, das führt zu deutlichen Engpässen“, erklärt Gerlinde Fuisting. Die Unterstützung der Neuankömmlinge stelle die ebenfalls in der Flüchtlingshilfe tätige Innere Mission dabei keinesfalls in Frage, sie drängt aber auf lokale Strategien zur Schaffung bezahlbaren Wohnraums für alle.

Als Folge der Knappheit sind schon jetzt wieder mehr Bochumer auf Notlösungen wie die Notschlafstelle Fliednerhaus am VfL-Stadion angewiesen. „Je länger Menschen in solchen Einrichtungen leben, desto schwieriger wird es für sie, wieder im normalen Leben Fuß zu fassen. Zudem wird die Situation in der Notschlafstelle komplexer, weil sie ein Ort für immer bedürftigere Menschen wird“, sagt Gerlinde Fuisting. An kalten Tagen könnte sich die Situation schon bald zuspitzen.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAG W) hat zwischen 2012 und 2014 einen Anstieg der Fallzahlen um 18 Prozent beobachtet, etwa 335.000 Menschen sind demnach aktuell in Deutschland ohne Wohnung. Prognostiziert ist bis 2018 sogar ein Zuwachs um weitere 200.000 auf 540.000.