29. Juli 2015 | bp

Im Jobcenter

Die Hartz IV Diktatur - Inge Hannemann

Die Hartz IV Diktatur - Inge Hannemann

Inge Hannemann erlangte als Arbeitsvermittlerin im Jobcenter Hamburg-Altona bundesweit Bekanntheit, als ihr Arbeitgeber sie nach einem Offenen Brief suspendierte. Zuvor hatte sie erfolglos intern auf Missstände hingewiesen, nun war sie die „Hartz-IV-Rebellin“, beliebte Interviewpartnerin, aber auch Ansprechpartnerin für viele frustrierte KollegInnen.

Jetzt hat Inge Hannemann so etwas wie eine politische Biografie vorgelegt, die gleichzeitig eine Bestandsanalyse des Agenda-Deutschlands und ein Hebel für die Reform der Arbeitsmarktpolitik sein will.

Denn Hannemanns Kritik ist so fundamental wie konkret. (Der dick aufgetragene Sachbuchtitel hingegen ist inzwischen so etwas wie ein Standard auf dem Sachbuchmarkt.) Ihre Bewertung der gesellschaftlichen Auswirkungen der Hartz-Gesetze ist drastisch. Die Urteile über Struktur und Praxis der Arbeitsvermittlung in den Jobcentern hingegen sind so detailliert und kenntnisreich, dass sie bei aller Schärfe den Diskussionsfaden nicht kappen. Fast folgerichtig sortiert Hannemann ihre politischen Forderungen in zwei Schlusskapiteln in kurzfristigen Reformbedarf und politische Vision. Konstruktive Empörung, sozusagen.

Inge Hannemann | Die Hartz-IV-Diktatur.
Eine Arbeitsvermittlerin klagt an
ISBN 978-3-49963-065-1
rororo | 9,99 Euro