11. Juni 2015 | Straßenmagazin | bp

„Ich kam, ich sah, ich klebte.“

Keine Ahnung, wer Barbara ist. Sie heißt einfach nur Barbara. Vielleicht weil das, was Barbara macht, nicht so richtig erlaubt ist: Sie klebt Zettel in den öffentlichen Raum. Mehr nicht. Was dabei herauskommt, ist so subversiv wie charmant wie komisch.

Der Lübbe Verlag hat nun einen hübschen, gar nicht teuren Bildband herausgebracht mit nichts als einem herzlichen Grußwort dieser Anonymen und einer Sammlung von Fotos ihrer Streetart. Und der ist toll. „Dieser Befehlston verletzt meine Gefühle“ heißt das Buch, der Aufdruck eines jener Zettel, die Barbara unter eins der unzähligen „Bekleben verboten“-Schilder geklebt hat.

Aus einem anderen gebellten Befehl – „Ausfahrt freihalten!“ – macht sie ein lakonisches „Du musst deine Ausfahrt freihalten! Ich muss meine Freiheit aushalten.“ Baustellenschilder beginnen zu sprechen, auf Graffiti wird geantwortet, plötzlich steht auf Fahrscheinautomaten: „Geringverdiener benötigen kein Ticket und dürfen gratis mitfahren. Barbara.“

Barbara macht sichtbar, wie deutsche Verbotskultur und „German Angst“ auf Warn- und Hinweisschildern überwintern, wie viel falsches Bewusstsein Straßenschilder transportieren oder wie todernst Werbebotschaften eigentlich sind. Kaufen, verschenken!

Barbara
Dieser Befehlston verletzt meine Gefühle
ISBN: 978-3-7857-2541-2
Bastei Lübbe | 12,99 Euro