26. Februar 2015 | Neues von bodo |

Hoffnung als Prinzip

Die Lebensgeschichten von zehn bodo-Verkäufern, ihre Erfahrungen auf der Straße, ihre Wünsche und Hoffnungen. Auf die große Leinwand projizierte Collagen, gefüllte Verkäufertaschen als „begreifbare“ Objekte und eine lange Tafel als Ort der Begegnung. Es war ein beeindruckender Ausstellungsabend im Dortmunder Norden.

„Die Würde des Menschen ist unantastbar. Aber sie berührt.“ Unter diesem Motto hatten die Kunstpädagogin Michaela Poelke und ihr Sohn, der Mediendesigner Paul Poelke, am Valentinstag in die Dortmunder Pauluskirche geladen. Gemeinsam mit Verkäuferinnen und Verkäufern des Straßenmagazins „bodo“ und dem Pianisten Dietmar Korthals hatten sie „Prinzip Hoffnung“, ein multivisuelles Spiel aus Text-, Bild- und Musikcollagen rund um die Lebensgeschichten Wohnungsloser erarbeitet.

Herzstück der Ausstellung waren auf Großbildleinwand projizierte Collagen: Von Benjamin Poelke bearbeitete Porträts traten in Beziehung zu Zitaten der beteiligten „bodo“- Verkäufer und zu Gedichten, die Michaela Poelke gemeinsam mit ihnen ausgewählt hatte. In den Seitenschiffen der Kirche wurden Lebensgeschichten der zehn beteiligten Verkäuferinnen und Verkäufer, gedruckt auf Papier, „begreifbar“ gemacht: In den typischen Taschen der „bodo“-Verkäufer fanden sich sehr persönliche Texte – Geschichten von Zuwanderung und Neuanfang, von Krise, Krankheit und Sucht und von den Wegen zurück in ein geordnetes Leben.

Den Mittelgang des Kirchenschiffs füllte eine lange Tafel, an der im Laufe des Abends Besucher und „bodo“-Verkäufer miteinander ins Gespräch kamen. Auch hier bewies sich Michaela Poelkes Überzeugung: „Mit dem Blick des Mitleids wird man den Menschen nicht gerecht. Sie haben Dinge zu erzählen, von denen andere Menschen lernen können.“

Gemeinsam mit Verkäufern, Initiatoren und Gastgeber Friedrich Laker freuten wir uns über die große Resonanz, das intensive, herzliche Miteinander und die bereichernden Gespräche. Erst spät am Abend verließen die letzten Gäste die Pauluskirche.

Wir danken für einen berührenden Abend.