5. April 2013 | Pressemitteilung |

Hilfen für Zuwanderer aus Rumänien und Bulgarien

Der freundeskreis nEUbürger und roma, ein Zusammenschluss von 18 Vereinen, Institutionen und Privatpersonen, präsentierte am Montag einen viersprachigen Infoflyer für Neuzuwanderer aus Rumänien und Bulgarien. Vor dem Café Europa an der Mallinckrodtstraße erläuterten die Initiatoren die Notwendigkeit, die Hilfsangebote zu bündeln.

Die im Rahmen der EU-Freizügigkeit stattfindende Armutsmigration aus Rumänien und Bulgarien stellt Kommunen wie Dortmund vor neue Probleme. Der bis Ende 2013 eingeschränkte Zugang zum Arbeitsmarkt, der in der Regel auch einen Ausschluss von Sozialleistungen bedeutet, ist für die Zuwanderer eine existenzielle Bedrohung. Dass sie trotzdem ihr Glück in deutschen Großstädten suchen, zeigt, wie hoffnungslos die Lebenssituation in ihren Herkunftsländern ist. Die Zuwanderung aus Rumänien und Bulgarien ist eine Dortmunder Realität, die nicht durch Ordnungspolitik umkehrbar ist.
„Dem Armutsgefälle und der Diskriminierung der Roma in den neuen EU-Ländern muss auf europäischer Ebene begegnet werden. In Dortmund können wir trotzdem nicht die Augen vor der Not der Zuwanderer verschließen“, sagt Tülin Kabis-Staubach, Vorstandsmitglied des Planerladen e.V. „Familien ohne Einkommen, ohne sichere Wohnungen und ohne Krankenversicherung sind ein humanitäres Problem, dem wir uns hier vor Ort stellen müssen.“
Im freundeskreis nEUbürger und roma haben sich Vereine/Institutionen und Privatpersonen zusammengeschlossen, um die Zuwanderer zu unterstützen und sich für ihre Belange einzusetzen.
Ein erster Schritt war die Erstellung eines viersprachigen Infoflyers, der auch auf türkisch, bulgarisch und rumänisch Versorgungs- und Beratungsangebote, die EU-Neubürgern offenstehen, bündelt. Finanziert wurde der Flyer durch die Stiftung Soziale Stadt.
Der Flyer weist bereits existierende Angebote aus, die auch den Neuzuwanderern offen stehen. „Es geht um das Allernötigste: Zugang zu medizinischer Versorgung, Duschgelegenheiten, Zugang zu Essen und Kleidung. Und es geht um Beratung in oft ausweglos erscheinenden Situationen“, sagt Bastian Pütter von bodo e.V.
Darüber hinaus sieht sich der freundeskreis nEUbürger und roma als Lobby für eine Gruppe, der bisher mit Angst und massiver Ablehnung begegnet wird. Angehörige der Volksgruppe der Roma sind in besonderem Maße Diskriminierung und rassistischen Vorurteilen ausgesetzt. Das gilt für die Herkunftsländer, das gilt jedoch auch für die aufnehmende Stadtgesellschaft.
Der Freundeskreis, dem auch Akteure wie Stadttheater und Künstlerhaus angehören, möchte Kontakte vermitteln, um Verständnis für die schwierige Situation der Zuwanderer werben und Rassismus im Umgang mit ihnen entgegentreten.

Planerladen e.V., Mieterverein e.V., GrünBau gGmbH, bodo e.V., Künstlerhaus e.V., Culture for Development e.V., Geschichtswerkstatt e.V., Freunde Stolipinovos e.V., Bezent e.V., Bündnis gegen Rechts, Bürgerwohnung Westerfilde, RAA, Theater Dortmund, Caritas-Integrationsagentur, Diakonisches Werk

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