9. Juli 2013 | Neues von bodo |

Herrenrunde mit bodo

Foto: Claudia Siekarski

Ganz ohne Bier und Fußball kommt die Evinger „Herrenrunde“ aus. Jede Woche treffen sich die Senioren an einem Nachmittag – dieses Mal zusammen mit bodo in der Begegnungsstätte Eving. Am Montag beleuchtete Redaktionsleiter Bastian Pütter bodo von allen Seiten. Und so manchem Zuhörer ging dabei ein Licht auf.

„Das wusste ich gar nicht“, hieß es gleich mehrfach, als Bastian Pütter über die Abläufe der Produktion des Straßenmagazins aufklärte. Die Herrenrunde erfuhr, dass ein Team von freien Journalisten für bodo schreibt und dass der Vorlauf für ein Heft bis zu zwei Monate dauert.
Pütter sprach auch über die andere Seite des Straßenmagazins, die Beratung und Unterstützung Wohnungsloser. Mehr als 100 Menschen verkaufen zurzeit das Straßenmagazin.

Das Gesundheitsministerium fördert die von Ulrich Kloda geleitete „Herrenrunde“. Außerdem begleitet die Forschungsstelle für Gerontologie an der Technischen Universität Dortmund das Projekt wissenschaftlich. Pro Woche kümmert sich einer der Senioren um die Gestaltung eines Nachmittags. Dafür engagierte Ulrich Kloda dieses Mal bodo und es entstand eine angeregte Diskussion.

Wie er bei Minusgraden vor dem Supermarkt einem freundlichen aber frierenden bodo-Verkäufer eine Zeitung abkaufte, erzählt ein Hagener Mitglied der Herrenrunde. Und wie beeindruckt er von dessen Höflichkeit gewesen sei.
Betroffen sind die Anwesenden als Pütter ausführt, dass auch sehr junge Erwachsene den Weg zu bodo finden. „Aber die begleiten wir dann schnell zu kooperierenden Einrichtungen und kümmern uns darum, dass Obdachlosigkeit nur eine Episode bleibt. Das funktioniert meist gut.“ – Das sorgt für Erleichterung. In Erstaunen versetzt die Junggebliebenen das Alter des ältesten Verkäufers: stolze 80 Jahre. Erfolgsgeschichten von gefundenen Wohnungen, Jobs und Freunden teilt Pütter mit den Senioren. Aber auch traurige Ereignisse wie frühe Todesfälle und die Geschichte eines gut integrierten Verkäufers, der von jetzt auf gleich spurlos verschwand.

Auch Allgemeines zum Prinzip der Straßenzeitungen umreißt Pütter. Wie Interviews mit dem Dalai Lama oder Xavier Naidoo zustande kommen oder warum das Verkaufsmodell international von Japan bis Kolumbien und von Norwegen bis Südafrika funktioniert. 114 Straßenzeitungen sind im Internationalen Netzwerk INSP organisiert, zusammengenommen sei die Auflage siebenstellig, erklärt Pütter den staunenden Senioren. Im Juli treffen sich Redakteure aus der ganzen Welt zur Jahresdkonferenz in München.
Zuletzt verteilt Bastian Pütter die aktuelle bodo. Prompt blättern, stocken und lesen die ersten. Und Kloda kündigt großzügig an: „Als Dankeschön schicken wir eine gemeinsame Spende!“

INFO
bodo kostet 1,80 Euro und wird von mehr als 100 Menschen in schwierigen sozialen Lagen auf der Straße verkauft. 90 Cent behält die Verkäuferin / der Verkäufer.
bodo hat Ausgabestellen in Bochum, Dortmund, Herne, Witten und Unna und bietet in den Anlaufstellen des Vereins Sozialberatung und Einzelfallhilfen an.
Der gemeinnützige bodo e.V. betreibt weitere Beschäftigungs- und Qualifizierungsprojekte, unter anderem einen gemeinnützigen Buchladen am Dortmunder Schwanenwall 36 – 38.