1. September 2015 | Neues von bodo | sese

Für jeden ein Lächeln

Nachruf: Maike

Nachruf: Maike

Anfang August verstarb unsere Kollegin, Freundin und langjährige Dortmunder bodo-Verkäuferin Maike im Alter von 56 Jahren. Maikes Tod kam für uns unerwartet. Ihre herzliche und offene Art wird uns allen sehr fehlen.

„Nur gut, dass ich nicht weiß, wann der Ofen überhaupt aus ist. Deswegen freue ich mich auf jeden neuen Tag und lebe ihn so, als ob es der letzte wäre.“ Das sagte Maike dem bodo- Redakteur, der sie vor Jahren für ein Verkäuferporträt im Straßenmagazin interviewte. Diesem Motto ist sie bis zu ihrem Tod immer treu geblieben. Mit ihrer herzlichen und ansteckend fröhlichen Art bereicherte Maike viele Verkäuferversammlungen sowie Betriebs- und Weihnachtsfeiern bei bodo.

Maike wurde auf Sylt geboren und kam im Alter von zwei Jahren zu ihren Großeltern nach Castrop-Rauxel. Nach ihrem Schulabschluss jobbte sie in Hotels als „Mädchen für alles“, wie sie uns erzählte. In ihrem Traumjob als Schneiderin fand sie leider keine Ausbildungsstelle. Krankheiten und Krisen kamen dazu, zu bodo fand Maike über ihren Freund und bodo-Verkäufer der ersten Stunde Adolf. Mit dem Verkauf des Straßenmagazins besserte sie ihre kleine Rente auf. Doch im Mittelpunkt stand für sie immer die Geselligkeit des Verkaufs und der Kontakt zu den MitarbeiterInnen und Verkäufern bei bodo. Bot sie anfangs noch in der Fußgängerzone der Dortmunder Innenstadt das Straßenmagazin an, war sie später regelmäßig in Huckarde und Kirchlinde anzutreffen. Nicht selten mit Kundinnen und Kunden lachend ins Gespräch vertieft.

Bekannt wurde Maike über ihre Kundschaft hinaus durch ihr Tagebuch, das sie viele Jahre in der bodo veröffentlichte. Dort gewährte sie den Leserinnen und Lesern des Straßenmagazins teils sehr persönliche Einblicke in ihr Privatleben, berichtete aber auch von Alltäglichem wie ihren beiden Katzen Minka und Gisela sowie Kater Bruno. Viele Leser schätzten diese lustigen, aber oft auch nachdenklichen Episoden ihres Lebens, die Maike stets mit den Worten „Eure Sylter Krabbe Maike“ schloss. Fiel das Tagebuch mal aus, gab es meist besorgte Leserbriefe oder Anrufe.

Von ihrer Diabetes-Erkrankung ließ sich Maike nicht unterkriegen. Selbst an Tagen, an denen es ihr nicht besonders gut ging, ließ sie sich das selten anmerken. Auch von einem Schlaganfall erholte sie sich gut. Selbst wenn sie nicht verkaufen ging, nutzte sie regelmäßig die bodo-Verkaufercafés oder besuchte die Redaktion oder den Buchladen auf einen Plausch, um mit ihren Kollegen und Kolleginnen in Kontakt zu bleiben.

Nachdem kurz hintereinander ihr Mann und ihre Großmutter verstarben, konzentrierte sich Maike mehr und mehr auf die Pflege ihres Großvaters. Auch außerhalb ihrer Verwandtschaft war Maike für ihre soziale Art bekannt. Sie kümmerte sich um die Tiere von Freunden und Verwandten, machte Krankenhausbesuche und überraschte Bekannte an Heiligabend. Bei Streitigkeiten innerhalb der Verkäuferschaft war sie schlichtend zur Stelle und immer um Harmonie bemüht.

Am 21. August wurde Maike im Kreise engster Freunde und Kollegen in der Grabeskirche Liebfrauen in Dortmund beigesetzt. Wir danken Alfons Wiegel für die Unterstützung und Daniel Schwarzmann für den bewegenden Trauergottesdienst.