30. Oktober 2012 | Kommentar |

Flüchtlinge, keine Flutwellen

Foto: Thomas Max Müller / Pixelio

In Dortmund war es im Oktober durch mangelnde Koordination zu einer Überbelegung der Aufnahmeeinrichtungen für Flüchtlinge gekommen, die lokalen Medien berichteten von „Flutwellen“. Gleichzeitig positionierten sich Innenpolitiker bundesweit gegen „Asylmissbrauch“.

Die Menschenrechtsorganisation Pro Asyl kritisiert die Debatte um Asylbewerber vom Balkan als „hysterisch“ und wertet die Aussagen u.a. von Innenminister Friedrich als Stimmungsmache auf dem Rücken der Betroffenen. Pro Asyl fordert die Rückkehr zu einer sachlichen Debatte: „Es wird der Eindruck vermittelt, es gehe um eine riesige Bedrohung, die auf uns zukommt. Das ist absurd“, sagte der Geschäftsführer der Organisation, Günter Burkhardt, der Nachrichtenagentur dpa. Laut Bundesinnenministerium stellten im September insgesamt 6.691 Menschen Asylanträge beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Würden diese Flüchtlinge auf alle deutschen Städte verteilt, müsste nur jede zweite Kommune einen Flüchtling aufnehmen.