30. August 2013 | Soziales |

Flüchtlinge in Hellersdorf

Gegen die Unterbringung von Flüchtlingen im Berliner Stadtteil Hellersdorf finden seit Juli zum Teil offen rassistische Proteste statt. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) äußerte sich besorgt um das Ansehen Deutschlands in der Welt. „Deutschland ist eines der beliebtesten Länder der Welt“, sagte Friedrich der Rheinischen Post. „Wir dürfen nicht zulassen, dass dieses positive Bild zerstört wird. Neonazis schaden unserem Vaterland.“

Im Gegenzug erklärte der Grünen-Parlamentsgeschäftsführer Volker Beck, die „rassistischen Proteste vor Flüchtlingsheimen sind die Geister, die Friedrich mit seiner Panikmache und Hetze gegen Roma und Asylbewerber rief“. Auch die Flüchtlingsorganisation Pro Asyl warnte vor einer „rassistisch aufgeladenen Debatte auf dem Rücken von Schutzsuchenden“. Der Gewaltforscher Wilhelm Heitmeyer beobachtet ein wiederkehrendes Muster der Diskriminierung ganzer Gruppen. Das trete bildungsunabhängig auf und betreffe auch Behinderte oder Obdachlose. In der Asyldebatte befeuere die Politik diese Stimmung.