23. Oktober 2015 | Neues von bodo | Redaktion

Falsche Freunde

Im letzten Heft freuten wir uns über das beeindruckende Ausmaß der Willkommenskultur in unseren Städten. Und wir verliehen unserer Hoffnung Ausdruck, dass dabei die Ärmsten von hier nicht vergessen werden, nicht gegen eine neue Gruppe ausgespielt werden: „Uns ist egal, woher jemand kommt, der der Hilfe bedarf. Das Recht auf Wohnen, auf Teilhabe, auf ein schönes Leben ist unteilbar.“

So wichtig es uns ist, dass die rapide steigende Zahl der Wohnungslosen nicht vergessen wird angesichts der Herausforderungen der Flüchtlingsaufnahme, so abstoßend erscheint uns eine populistische „Nationalisierung“ der Hilfe, wie sie inzwischen mehrere Gruppen betreiben.
Rechte Gruppen – unter anderem die Dortmunder Neonazis der „Partei“ Die Rechte – sammeln mit lauten Getöse für „deutsche Obdachlose“, andere Gruppen garantieren, dass von ihnen gesammelte Sachspenden garantiert keinem Flüchtling zugute kämen.
Obdachlose – die übrigens immer noch zu den größten Opfergruppen rechter Gewalt gehören – in Dienst zu nehmen, um sich damit gegen die Hilfe für Flüchtlinge zu positionieren, lehnen wir entschieden ab. Rechte Propaganda auf dem Rücken der Ärmsten auszutragen, lässt die Menschenverachtung durch die Inszenierung scheinen. Wir und die Einrichtungen, mit denen wir seit Jahren erfolgreich zusammenarbeiten, brauchen Unterstützung für eine dringend notwendige Arbeit. Falsche Freunde brauchen wir nicht.