30. Juni 2016 | Neues von bodo | Redaktion

Ein Abend für Wolfgang Welt

8. Juli | 19.30 Uhr | Schwanenwall 36 - 38

8. Juli | 19.30 Uhr | Schwanenwall 36 - 38

Am 19. Juni starb der Bochumer Schriftsteller und Musikjournalist Wolfgang Welt. In der Kulturreihe „2. Freitag“ im gemeinnützigen Buchladen des bodo e.V. am Dortmunder Schwanenwall erinnern am 8. Juli Kollegen, Fans und Wegbegleiter an einen, der sich verrückt schrieb.

In der 1980er Jahren schreibt Welt für Magazine wie Marabo, Sounds und Musikexpress Kritiken und Reportagen in bis dahin ungekannter Radikalität. Vor seinen subjektiven Urteilen fürchtet sich eine ganze Branche. Seine Verrisse von Grönemeyer, Westernhagen oder Heinz Rudolf Kunze sind legendär. Er verpasst ein Interview mit Lou Reed und schreibt stattdessen über sich, in einer Tour-Reportage mit Motörhead verliert er kein Wort über die Konzerte.

Aus der journalistischen Egomanie wird schließlich eine schizophrene Psychose mit mehreren längeren Psychiatrieaufenthalten. Er beendet seine Journalistenkarriere und beginnt seine Erlebnisse aufzuschreiben. Seit Mitte der achtziger Jahre veröffentlicht Wolfgang Welt fünf Romane, zunächst im Konkret-Verlag, dann bei Suhrkamp. Trotz Förderern wie Peter Handke bleibt er ein großer Verkannter. Von 1991 bis zu seinem Tod arbeitet er als Nachtportier im Bochumer Schauspielhaus.

Bei bodo lesen Journalistenkollegen aus seinen Reportagen, tauschen Anekdoten aus und erinnern an einen von hier, der Pop-Literatur schrieb, bevor es dafür ein Wort gab.

Ein Abend für Wolfgang Welt
Lesung, Anekdoten, Erinnerungen
Freitag, 8. Juli, 19.30 Uhr
bodos Buchladen
Schwanenwall 36 – 38
44135 Dortmund
Eintritt frei