18. Dezember 2013 | Straßenmagazin |

Ein 7-Sterne-Hotel für Obdachlose

Foto: Draussenseiter/INSP

Lässt man die Suchmaschine Google nach dem Begriff „7-Sterne-Hotel“ suchen, liefert diese auf der ersten Seite Treffer zu Dubais Luxustempel Burj Al Arab – und zu einem Projekt des Schauspielers Ralf Richter („Bang Boom Bang“) und des Kölner Pfarrers Hans Mörtter.

Zugegeben, der Name ist selbstbewusst gewählt, denn es geht zwar um ein Nobel-Hotel, sieben Hotelsterne werden jedoch nicht angestrebt. Doch auch so ist Aufmerksamkeit garantiert, geht es doch um eine Unterkunft für Obdachlose – und um Arbeitsplätze für Menschen ohne Wohnung.
Mörtter und Richter sind nicht die ersten mit dieser Idee. Viele Jahre kämpften unsere Münchner Straßenzeitungs-Kolleginnen für ihr „Hotel BISS“. Millionenspenden, ein fertiges Konzept, eine geeignete Immobilie und prominente Unterstützer von Münchens OB Uhde bis zu den Sportfreunden Stiller waren da. Heraus kam am Ende: Ein Film. Ein Film, der zeigt, wie die bayrische Landesregierung ein Projekt, bei dem alles stimmte, verhinderte.
Auch Mörtter und Richter wissen, dass es nicht leicht wird. Sie wollen mitten in der Kölner Innenstadt einen gehobenen Hotelbetrieb aufziehen, in dem Übernachtungen für Wohnungslose gratis sein sollen. „Ich glaube, die Zeit ist jetzt reif dafür“, sagt Ralf Richter im Interview mit unserer Kollegin Christina Bacher vom Kölner Straßenmagazin „Draussenseiter“.
Auch das Konzept stehe, so Hans Mörtter: „Ungefähr die Hälfte der Zimmer soll längerfristig vermietet werden, zum Beispiel an die Mitarbeiter des Hauses. Dabei ist es uns wichtig, dass – neben zwei Sozialarbeiterinnen – das Haus von Wohnungslosen selbst verwaltet wird. Wir haben bereits eine Hotelfachfrau, die neue Mitarbeiter kostenlos anlernen wird. Ein anderer, der gerade Platte macht, hat Koch gelernt und könnte sich vorstellen, in seinen alten Beruf zurück zu kehren.“
Und Ralf Richter stellt klar: „Jeder Mensch hat Anrecht auf Wohnraum: Wir stellen ihn zur Verfügung. Immer mit dem Wissen, dass das nur ein Anfang sein kann.“
Aber was für ein Anfang! Wir drücken die Daumen.