30. September 2016 | Neues von bodo | bp

Djelem Djelem, die Dritte

Vom Experiment zur Tradition

Vom Experiment zur Tradition
Foto: Dustin Thiel

Das erste Mal ist ein Versuch, das zweite ein Statement, ab dem dritten Mal ist es eine Tradition. So und so ähnlich war es gleich mehrfach in Reden und Moderationen beim dritten Roma-Kulturfestival „Djelem Djelem“ in Dortmund zu hören, und in der Tat: Das Festival ist angekommen und behauptet einen festen Platz im Kulturkalender der Stadt.

Eine Vielzahl von Veranstaltungen versuchte im September den Reichtum der Roma-Kulturen in Deutschland zwischen Literatur, Musik, Theater und Tanz abzubilden. Diskussionsveranstaltungen, Workshops und Fortbildungen sowie eine Fotoausstellung stellten sich gleichermaßen den sozialen und den politischen Konflikten um jahrhundertealte Diskriminierung, „Armutsmigration“ und die Abschiebung in vermeintliche „sichere Drittstaaten“.

Mit einem Veranstaltungszentrum im Dortmunder Depot und vielen weiteren Orten vom Keuning-Haus über die Auslandsgesellschaft NRW bis zum Familienfest auf dem Nordmarkt nimmt sich das Festival im wahrsten Sinne Raum. Die wehende Romaflagge auf Adolf Winkelmanns fliegenden Bildern am Dortmunder U verdeutlicht vielleicht am besten die Wertschätzung, die Dortmund einem mit Ressentiments beladenen und oft an den Rand gedrängten Thema entgegenbringt. Und das Dortmunder Beispiel macht Schule. Für das nächste Jahr haben bereits die Städte Hagen, Gelsenkirchen und Duisburg ihre Beteiligung an „Djelem Djelem“ angekündigt.