1. September 2017 | Neues von bodo |

Djelem Djelem

Roma-Kulturfestival geht in die vierte Runde

Roma-Kulturfestival geht in die vierte Runde

Vom 4. bis zum 9. Oktober bringt das Roma-Kulturfestival „Djelem Djelem“ Alteingesessene und Neuzugewanderte zusammen. Über Musik, Theater, Film und Tanz wird und werden so die vielfältige(n) Roma-Kultur(en) in Dortmund sicht- und erlebbar.

Mit dem Auftakt von „Djelem Djelem“ 2014 hat Dortmund mit über 30 beteiligten Partnern ein deutliches Zeichen gesetzt: gegen jahrhundertealte Vorurteile, moderne Ressentiments und einen Antiziganismus, der alte Feindbilder neu belebt. Das Festival bietet jenseits der herrschenden Klischees einen offenen und unverklärten Blick auf die vielen Facetten der Roma-Kulturen.

Der engagierte Einsatz für eine weltoffene und kulturell vielfältige Stadtgesellschaft wurde in den letzten Jahren mit inzwischen 48 Mitwirkenden und Förderern fortgesetzt. Das Festival ist mittlerweile weit über die Grenzen seiner Wiege – der Dortmunder Nordstadt – hinaus gewachsen.

Das Kulturfestival hat sich nach vier Jahren in Dortmund etabliert.

Kultur und Politik

Auch in diesem Jahr findet „Djelem Djelem“ an verschiedenen Orten im Dortmunder Stadtgebiet statt, mit der Festivaleröffnung im Theater im Depot, einem Konzert der Brass Band „Mahala Rai Banda“ (Rumänien) im Jazzclub Domicil, einer Fachtagung der AWO Dortmund für Schulsozialarbeiter- und PädagogInnen, einer Blockparty mit diversen Musik-Acts und einem Familienfest im Dietrich-Keuning Haus u.v.m.

Am Eröffnungsabend des Festivals am 4. Oktober liest der in Budapest geborene Schriftsteller, Musiker und Roma-Aktivist Samuel Mago im Dortmunder Depot. Mago, geboren 1996, stammt aus einer Roma-Familie mit mütterlicherseits jüdischen Wurzeln. Seit seinem vierten Lebensjahr lernte er Deutsch und übersiedelte mit seinen Eltern nach Wien. Derzeit studiert er Soziologie und Transkulturelle Kommunikation an der Universität Wien und setzt sich als Roma-Aktivist für die Rechte der Volksgruppe ein. Er arbeitet als Antiziganismus-Trainer, engagiert sich im Romano Centro und schreibt für das jüdische Magazin NU. Im vergangenen Jahr erhielt er den „Roma-Literaturpreis“ des Österreichischen PEN.

Tags drauf, am 5. Oktober, liest Gianni Jovanovic aus seinem Buch „Nachts, wenn Schatten aus dunklen Ecken kommen. Ein Roma-Leben zwischen Tradition und Aufbruch“. Die vielfach ausgezeichnete Schriftstellerin Katja Behrens zeichnet in ihrem Buch Giannis Biografie in der Figur des Nono nach. Es ist die Geschichte einer doppelten Auflehnung: gegen die z.T. offen rassistische Ausgrenzung der Mehrheitsgesellschaft und gegen die überkommenen, rigiden Regeln der Familientradition. Der Ausweg ist das Coming out – und damit der zeitweilige Bruch mit der Familie – und das Annehmen der Rolle des Aktivisten und Gründer der Initiative „Queer Roma“.

Beide Veranstaltungen finden in Kooperation des Planerladen e.V., der Alevitischen Gemeinde Dortmund und bodo e.V. statt und werden moderiert von Bastian Pütter (bodo e.V.). „Djelem Djelem“ 2017 ist ein Projekt des Theaters im Depot in Kooperation mit der AWO Dortmund, der Stadt Dortmund, Romano Than e.V., Carmen e.V. und vielen anderen Partnern.