26. Februar 2014 | Neues von bodo |

Der bodo-Rollentausch

Foto: Sebastian Sellhorst

Zur Internationalen Woche der Straßenzeitungsverkäufer baten wir unsere Leserinnen und Leser in Bochum und Dortmund, für einen Tag die Seiten zu wechseln – und mehr als 50 Mutige kamen und schlüpften in die Rolle eines bodo-Verkäufers.

Vom Schüler bis zum Ratsmitglied, vom TU-Studenten über die engagierte Krankenschwester bis zur pensionierten Lehrerin – es waren buntgemischte Gruppen, die sich am 6. Februar in Bochum und am 8. Februar in Dortmund auf den Weg in die Fußgängerzonen machten. Begleitet von unseren Straßenexperten – den „richtigen“ bodo-Verkäufern – wollten sie sich auf einen Perspektivwechsel einlassen.

Wer schaut hin und wer sieht weg? Begegnen einem die Passanten mit Ablehnung oder Wohlwollen, welche Einsichten ergeben sich aus der neuen Perspektive? Und welches Wissen haben die erfahrenen „Kollegen“ weiterzugeben?

Rollentausch-Verkäuferin Wiltraud Pohl: „Mir passierte sofort ein faux pas, als ich auf dem Weg schon mit dem Verkauf loslegen wollte. Aber mein Verkäufer Metin erklärte mir ganz ruhig, dass ich nur an seinem festen Verkaufsplatz die bodo verkaufen dürfte. Auch zeigte er mir seine Art, die bodo zu verkaufen, alle VerkäuferInnen haben ihre eigene.“
Barbara Heinz begleitete bodo-Verkäuferin Maike auf den Westenhellweg. „Die Aktion finde ich toll“, sagte die engagierte Dortmunderin“, auch wenn man die Not der Einzelnen nicht vollständig ermessen könne. „Machen wir uns nichts vor: Ich kann einfach nach Hause ins Warme gehen.“

Manche Teams trafen wir vertieft in Gespräche statt beim Verkauf – auch ein schönes Ergebnis. So vielschichtig die Erlebnisse waren, so einhellig waren die Urteile in einer Hinsicht: Der Verkauf des Straßenmagazins ist harte Arbeit. Während sich bei den einen Frust einstellte – „Eine Stunde für zwei Zeitungen! Das könnte ich niemals einen ganzen Tag aushalten.“ –, nahmen andere energisch die Herausforderung an, schließlich ging ihr Erlös an „ihren“ bodo-Verkäufer.
Elisabeth Wadle aus Bochum bekämpfte ihre plötzliche „Unsichtbarkeit“, wie sie sagte, mit umso strahlenderem Lächeln und wurde belohnt: „Die Leute, die stehenbleiben, sind wirklich richtig freundlich.“