10. Juli 2013 | Straßenmagazin |

Das kleine Motorrad Emelie

Für kleine und große Motorradfans: Ein trauriges Leben führt das Motorrad Emelie in seinem Schuppen – bis der junge Max es findet. Schnell verbindet das rote Motorrad und den blonden Jungen eine Freundschaft. Und nachdem Emelie von ihrem „Ritter Blecheimer“ (wegen seines improvisierten Helms) blitzblank gewienert ist, machen sie sich auf zu einem Abenteuer.

Carsten Jankowski schuf „Das kleine Motorrad Emelie“ eigentlich für seine kleine Tochter als Gute-Nacht-Geschichte. Daraus entwickelte sich ein Kinderbuch, das das Herz vieler (Biker-)Eltern höher schlagen lässt. In Foren, auf Facebook und dem eigenen Internetauftritt ist das 2012 im Eigenverlag herausgegebene Buch bekannt.

Zu Beginn stottert der Motor noch ein wenig: Elf Seiten überziehen den Rahmen für Einführung, Kennenlernen der Protagonisten und erste Annäherung doch ein wenig. Beim ersten Ausflug von Emelie zieht das Tempo dann aber an. Richtig knuffig wird es, als sie und Max ihr großes Abenteuer planen. Auf einmal erhält Emilie ihren Spitznamen „Pferdchen Gummischuh“ und die Leser lernen etwas über Hirsche und Rehe. Der famose „Roadtrip“ endet nämlich im Wildpark Schalksmühle inklusive Führung.

Von Seite zu Seite steigert sich das Buch. Etwas mehr Handlung und Charaktere hätten für mehr Farbe und Atmosphäre gesorgt. Warum fristet Emilie eigentlich ihr Leben in einem Schuppen? Wie genau schafft es Max einen Tag lang unbehelligt Motorrad zu fahren? Doch vielleicht greift diese Kritik schon etwas zu weit bei nur 51 Seiten.

Die Sprache dagegen ist kindgerecht, anschaulich und bunt. Lautmalereien und Vergleiche („prop, prOP, PROP… wie ein schlecht laufender Traktor hörte es sich an, als der Anlasser die Kolben in den Zylindern bewegte“) machen sich sicherlich gut beim Vorlesen.

Ansprechend und liebevoll gemalt sind die grafischen Hingucker von Berthold B. Knopp. Sie zieren fast jede einzelne Seite mit warmen Tönen, Liebe zum Detail und Motorrad. Denn das findet sich in jeder farbigen Illustration. Die teilweise durch Sternchen und Glühbirnen über Köpfen etwas comichaft anmutenden Zeichnungen passen ausgezeichnet zur Geschichte und verdeutlichen gekonnt die Emotionen des kleinen Motorrads Emelie.

Für alle Eltern, deren Blick auch an glattpolierten Boliden hängen bleibt, sind die vier Geschichtchen von Rost, Benzin und Abenteuer sicherlich Gute-Nacht-tauglich. Die Kinder fasziniert die Idee eines sprechenden Motorrads bereit zur Ausfahrt sicherlich. Eine willkommene Abwechslung zur Pferderomanze ist das sympathische Büchlein allemal. Und vielleicht helfen die Kiddies dann ja beim Auto- oder Motorradwaschen ganz freiwillig?
www.motorrad-emelie.de

INFO
Das kleine Motorrad Emelie unterstützt die Charity-Motorradausfahrt „biken für bodo“. Das Buch gibt es in bodos Buchladen am Schwanenwall. 1 Euro von jedem verkauften Buch gehen in den Spendentopf.

(Frederik Gremler)