22. August 2014 |

Samstag: CSD in Dortmund: "Queer im Revier"

Demo gegen Nazis, Blockade geplant

Demo gegen Nazis, Blockade geplant

Unter dem Motto „Queer im Revier“ findet am Samstag in der Dortmunder Innenstadt der jährliche Christopher Street Day statt. Beginn ist um 13.30 Uhr, bis zum Abend läuft das Programm auf der CSD-Bühne an der Reinoldikirche. Gegen die parallel an der Katharinentreppe angemeldete Kundgebung der Dortmunder Nazis protestiert eine Gegendemonstration „Für Respekt und Vielfalt“, organisiert von SLADO e.V. und dem „Bündnis Dortmund nazifrei“. Das Bündnis Blockado ruft für 13 Uhr zum Besetzen der Katharinentreppe auf, um den Aufmarsch der Nazis zu verhindern.

Mit einem bunten Programm feiern Schwule, Lesben, Bisexuelle und Transidente am Samstag gemeinsam mit allen anderen Dortmundern den Christopher Street Day, ein Stadtfest für Gleichberechtigung und gegen Ausgrenzung. Unter dem Motto „Queer im Revier“ gibt es ein ganztägiges Bühnenprogramm an der Reinoldikirche mit einer Mischung aus Musik, Comedy, Politik und Travestie.

Für eine erneute Provokation nach dem Angriff auf die Gäste der Wahlparty am Rathaus im Mai und der Selbstinszenierung als Bürgerwehr mit direktem SA-Bezug sorgen die Dortmunder Nazis der Partei „Die Rechte“, die eine Kundgebung an der Katharinentreppe in unmittelbarer Nähe des Feste abhalten wollen.

Die Veranstalter des CSD und das „Bündnis Dortmund nazifrei“ rufen zu einer Gegendemonstration auf: „Der Hass der Rechtsextremen richtet sich gegen Migrant/innen, gegen Obdachlose und Andersdenkende. Er richtet sich aber auch immer wieder gegen Lesben, Schwule und Transidente. Wir haben nicht vergessen, dass in der NS-Zeit homosexuelle Menschen verfolgt und ermordet wurden. Das ist ein Vermächtnis. Dabei geht es nicht nur um die Auseinandersetzung auf öffentlichen Straßen und Plätzen, sondern auch um den Rechtsextremismus in den Köpfen. Denn wie Antisemitismus und Rassismus gehört Homophobie zum rechtsextremen Weltbild.“

Das BlockaDO ruft für den 23. August dazu auf, die Katharinentreppen frühzeitig zu besetzen, um eine Nazikundgebung am Eingangstor der Stadt unmöglich zu machen. Blockado-Sprecher Stefan Michaelis: „Wir werden uns den Platz nehmen und dort für eine bunte Stadt demonstrieren.“

Blockado erinnert daran, dass die angemeldete Kundgebung ist nicht die erste Provokation der „Rechten” gegen den Christopher-Street-Day ist: „Im August 2009 attackierte NPD-Ratsherr Axel Thieme einen CSD-Besucher am Hauptbahnhof, Thieme schlug zu und gab dem CSD-Besucher einen Kopfstoß, daraufhin wurde er zu einer Geldstraße in Höhe von 1200 € verurteilt. Heute bildet Thieme mit Dennis Giemsch, dem Anführer der Partei “Die Rechte” eine Gruppe im Rat der Stadt Dortmund.“

„Es ist unerträglich, wenn zeitgleich der CSD stattfindet und die Anreise der Teilnehmer durch die Kundgebung massiv behindert wird.”, so Iris Bernert-Leushacke weiter. „Als Bündnis BlockaDO werden wir eine solche Provokation nicht unbeantwortet lassen.”