1. September 2015 | Straßenmagazin |

caféplus | Dortmund

Geheimtipp in der Innenstadt

Geheimtipp in der Innenstadt

Wer das Café betritt, fühlt sich auf Anhieb wohl. Das mag an der herzlichen Art liegen, mit der Thomas Josch und Corinna Kleinmann dort ihre Gäste begrüßen.

Doch vor allem besticht das caféplus durch seine geschmackvolle Einrichtung. Zurzeit kann man an den Wänden Arbeiten der Dortmunder Künstlerin Nicole Kötter bestaunen. „Wir wollen hier auch in Zukunft regelmäßig Ausstellungen lokaler Künstelerinnen und Künstler realisieren“, erzählt Josch und zeigt auf die Leinwände.

Auch das große Kinderspielhaus mit seinen Plüschtierbewohnern lässt erahnen: Ins caféplus ist nicht nur Arbeit, sondern auch eine ganze Menge Liebe reingesteckt worden. Es ist ein Ort, an dem mühelos ein ganzer Nachmittag verbracht werden kann. Gerne gemütlich auf einem der grauen Sofas, gerne beim Plausch mit Freundin, Opa oder Kind. Bei der Auswahl des riesigen Limonaden-Sortiments wird im caféplus nicht nur auf Geschmack, sondern auch auf die gemeinnützigen Projekte, die hinter den Produkten wie Lemonaid und Charitea stehen, geachtet.

Ein echtes Highlight im caféplus sind die „Stullen“. Eine kleine, aber feine Karte bietet eine Auswahl üppig belegter Brote, deren Variationen Sternekoch Mario Kalweit mitentwickelt hat. Mit ihm arbeitet das Team des caféplus eng zusammen. Dabei ist das Angebot „Stulle und Schorle“ ein absolutes Schnäppchen. „Nicht jeder hat viel Geld. Wir wollen allen die Möglichkeit geben, einfach mal vorbeizukommen und zu probieren“, verrät Josch.

Das caféplus ist ein Projekt der aidshilfe dortmund, die ihre Zentrale in den Büroräumen über dem Café hat. Das Café BODO GEHT AUS selbst ist nicht nur Gastronomie, sondern auch Selbsthilfezentrum und ein Ort für kulturelle und fachspezifische Veranstaltungen. „Wir wollen mit dem hochwertigen Café auch Leute ansprechen, die mit dem Thema AIDS keine Berührungspunkte haben“, erzählt Thomas Josch. Das Ziel sei es, Vorurteilen entgegenzuwirken und durch Informationsabende das Thema AIDS in die Mitte der Gesellschaft zu tragen.

Menschen mit HIV-Infektion haben heute nicht mehr so stark mit den Symptomen der Krankheit zu kämpfen wie früher. Der medizinische Fortschritt ist bereits so weit, dass Betroffene meist keine Einschränkung im Alltag haben. „Vielmehr ist das Hauptproblem von HIV-Positiven, dass die Krankheit gesellschaftlich unter den Tisch gekehrt wird“, klärt Thomas Josch auf. Viele haben Angst, sich auf der Arbeit oder überhaupt innerhalb der Familie als HIV positiv zu outen, obwohl die Chance, sich im Alltag zu infizieren, fast unmöglich ist, erklärt er weiter. „Wir versuchen, den Leuten klarzumachen, dass von HIV-Positiven keine Gefahr ausgeht.“ Ab September lädt das caféplus zu einer Veranstaltungsreihe mit Ausstellungen, Lesungen und Comedians ein.

caféplus
Gnadenort 3 – 5, 44135 Dortmund
Di. bis Sa. von 11 bis 17 Uhr
Telefon 0231 – 188 87 68
www.cafeplus-dortmund.de