15. Februar 2015 |

bodo und das Prinzip Hoffnung

Beeindruckender Ausstellungsabend in der Pauluskirche

Beeindruckender Ausstellungsabend in der Pauluskirche

„Die Würde des Menschen ist unantastbar. Aber sie berührt.“ Unter diesem Motto hatten die Kunstpädagogin Michaela Poelke und ihr Sohn, der Mediendesigner Paul Poelke am Samstag in die Dortmunder Pauluskirche geladen. Gemeinsam mit Verkäuferinnen und Verkäufern des Straßenmagazins „bodo“ und dem Pianisten Dietmar Korthals hatten sie ein multivisuelles Spiel aus Text-, Bild- und Musikcollagen und um die Lebensgeschichten Wohnungsloser erarbeitet. Die 80 Gäste erlebten einen eindrucksvollen Abend.

Eröffnet wurde der Abend mit einem Orgelkonzert von Dietmar Korthals, die Begrüßung übernahm „bodo“-Verkäuferin Rosi, gemeinsam mit Gastgeber Friedrich Laker, Pfarrer der Pauluskirche.
Herzstück der Ausstellung waren auf Großbildleinwand projizierte Collagen: Von Benjamin Poelke bearbeitete Porträts traten in Beziehung zu Zitaten der beteiligten „bodo“-Verkäufer und zu Gedichten, die Michaela Poelke gemeinsam mit ihnen ausgewählt hatte. In den Seitenschiffen der Kirche wurden Lebensgeschichten der zehn beteiligten Verkäuferinnen und Verkäufer, gedruckt auf Papier „begreifbar“ gemacht: In den typischen Taschen der „bodo“-Verkäufer fanden sich sehr persönliche Texte – Geschichten von Zuwanderung und Neuanfang, von Krise, Krankheit und Sucht und von den Wegen zurück in ein geordnetes Leben.
Den Mittelgang des Kirchenschiffs füllte eine lange Tafel, an der im Laufe des Abends Gäste, Beteiligte und „bodo“-Verkäufer miteinander ins Gespräch kamen.

Michaela Poelke zeigte sich hochzufrieden mit der großen Resonanz, dem intensiven, herzlichen Miteinander und den bereichernden Gesprächen. Erst spät am Abend verließen die letzten Gäste die Pauluskirche.
Ihre monatelange Begleitung der „bodo“-Verkäufer“ mit vielen Gesprächen in Cafés und an ihren Arbeitsplätzen auf der Straße beschreibt sie als „nicht immer einfach, aber schön“. Fasziniert hat sie, dass alle durchgehend Optimismus vermittelt haben. „Kein bürgerliches Resumée nach hinten, sondern alle schauen nach vorne.“ Und achtungsvoll bemerkt sie: „Wenn man die Chance hat, in diese anderen Leben einzutauchen, relativieren sich die eigenen Probleme.“ – „Mit dem Blick des Mitleids wird man den Menschen nicht gerecht. Sie haben Dinge zu erzählen, von denen andere Menschen lernen können.“