13. Januar 2014 | Pressemitteilung |

bodo im Januar: Tatah, Rütter, Shantel, Pummel…

Seit Dezember erscheint das Straßenmagazin „bodo“ mit erweitertem Umfang im hochwertigen Magazin-Layout. Mehr als 100 Wohnungslose und Menschen in Armut verkaufen das Heft auf der Straße und behalten die Hälfte des Verkaufspreises von 2,50 Euro.
Dies sind die Themen im Januar:

„bodo“ porträtiert Veye Tatah. Die Dortmunderin mit afrikanischen Wurzeln ist viel beschäftigt als Herausgeberin, IT-Beraterin, Moderatorin und Trainerin. Vor 15 Jahren gründete sie das Magazin und den gleichnamigen Verein „Africa Positive“. Ein Gespräch über unser eindimensionales Afrikabild, lähmende Entwicklungshilfe und die afrikanische Community in Dortmund.

Tiere sind für Menschen in Not verbindlicher Partner und Hilfe im Alltag. Aber was, wenn Hund oder Katze krank sind? Die Redaktion besucht die Sprechstunde des DoDog e.V., der in Dortmund kostenlos Tiere wohnungsloser Menschen behandelt: „Beste Freunde bei Frau Doktor“.

Martin Rütter ist ein Phänomen. Millionen sehen seine Fernsehsendungen, hören auf seinen Rat. Mit seinen Shows füllt er die größten Hallen. Hundeerziehung, das ist für ihn zunächst einmal Erziehung von Herrchen oder Frauchen, und er ist sich sicher: „Zwischen einem Obdachlosen und seinem Hund wird man nur in seltenen Fällen Probleme ausmachen können, denn da herrschen klare Regeln. Davon könnten sich viele andere Hundebesitzer eine große Scheibe abschneiden.“

Mit seinem „Bukovina-Club“ begründete der Musiker Stefan Hantel als „Shantel“ eine weltweite Musikbewegung. Mit „bodo“ spricht er über „Balkan-Pop“, Pussy Riot, eine Bar in Odessa und die eigene Ernüchterung über die Entwicklungen in Osteuropa.

Auch Westfalen hatte seine Weltmusik. Die Sammlung Dahlhoff aus dem westfälischen Dinker ist ein 1.400 Seiten umfassender musikalischer Schatz, der gerade nach 250 Jahren wiederentdeckt wird. Eine Notensammlung von Musikern für Musiker, die zeigt: Vor der romantischen Verklärung selbsternannter Volkserzieher und vor der Perversion der Traditionspflege ins „Völkische“ und „Arische“ gab es auch in Westfalen eine lebendige Tradition dessen, was man heute „Folk“-Musik nennen würde, im engen Austausch mit den polnischen, französischen, flämischen oder schwedischen Nachbarn. Eine Schatzsuche.

„bodo“ lässt sich in der Kinderausstellung „In Arbeit“ in der Dortmunder DASA die heutige Arbeitswelt erklären, stellt die Pläne des Schauspielers Ralf Richter für ein „7-Sterne-Hotel für Obdachlose“ vor und besucht einen integrativen Kochkurs für Menschen mit Behinderungen.

Mit dem Rock´n Roll-Gesamtkunstwerk Elvis Pummel spricht bodo über Dilettantismus und mit dem Film-Verleiher Michael Krug über den aussterbenden Beruf des Videothekars.

„bodo“ spricht in der Reihe Netzwelt mit Martin Budich über 15 Jahre „bo-alternativ.de“ und kommentiert den Umgang von Ruhruni und Lokalpresse mit dem Outing des Nazikaders und Jurastudenten Michael Brück auf dem Campus.

Im kommentierten Veranstaltungskalender verlost bodo unter anderem Karten für „Fettes Brot“ in der Dortmunder Westfalenhalle.

DAS PROJEKT – eine Lobby und ein gutes Produkt

„bodo“ ist das soziale Straßenmagazin für Dortmund, Bochum und Umgebung. JournalistInnen erstellen ein 48-seitiges Magazin mit Interviews, Reportagen und Fotostrecken aus der Region. Das Ziel: Einerseits eine Lobby zu sein für die Menschen am Rand, andererseits ein gutes journalistisches Produkt zu produzieren, das seinen Preis wert ist.

Das soziale Straßenmagazin bietet für Menschen in Not die Möglichkeit zu einem selbst organisierten Zuverdienst. „bodo“-Vertriebsleiter Oliver Philipp: „Die sozialen Gewinne für die VerkäuferInnen gehen weit darüber hinaus: neues Selbstwertgefühl, Gemeinschaft, Tagesstruktur, Zugang zu Hilfe und Beratung – ,bodo' verändert!“

Herausgeber ist der gemeinnützige „bodo e.V.“, der Beratung und Einzelfallhilfen anbietet und weitere Beschäftigungs- und Qualifizierungsprojekte betreibt.