15. März 2015 |

Blackbox Flucht - Geflüchtete erzählen

26. März, 19.30 Uhr, Junge Oper Dortmund, Eintritt frei

26. März, 19.30 Uhr, Junge Oper Dortmund, Eintritt frei

Zwei Flüchtlinge aus Syrien und Eritrea erzählen. In Kooperation mit bodo e.V. und European Homecare lädt das Schauspiel Dortmund dazu ein, Amir und Tafari kennenzulernen und ihre Geschichten zu hören – in deutscher und arabischer Sprache. Mit Bastian Pütter (Moderation) und Said Arab (Übersetzung).

Amir (Name geändert) ist Anfang vierzig und kommt aus Syrien. Dort arbeitete er als Anwalt und engagierte sich politisch. 2014 musste er aus
dem Inferno des syrischen Bürgerkriegs fliehen. Schlepper brachten ihn über die Grenze in die Türkei. Von dort aus sollte es mit einem kleinen Flugzeug nach Libyen gehen. Doch der Pilot musste in Algerien notlanden – und ein vierwöchiger Marsch durch die Wüste bis an die libysche Küste begann.
Täglich starben Flüchtlinge in der Gruppe: Vor Hunger, Durst und Erschöpfung. Amir schaffte es bis auf ein Boot, das ihn nach Palermo brachte. Er lebt in einer Dortmunder Flüchtlingseinrichtung, immer noch in Angst vor dem langen Arm des Assad-Regimes. Und jetzt?

Tafari (Name ebenfalls geändert) war Soldat in der eritreischen Armee und desertierte. Er floh vor Folter und Morddrohungen durch den Sudan, durchquerte die Wüste Sahara zu Fuß, überlebte die Flucht über das Mittelmeer, schaffte es bis nach Europa, Deutschland, Dortmund. Und jetzt?

Der Eintritt ist frei.

Die Blackbox-Reihe unternimmt den Versuch, dem unüberschaubaren Komplex der Zuwanderung nach Deutschland Bilder, Geschichten und Haltungen abzuringen – auf der Suche nach diskursiven Waffen gegen jede Form der Radikalisierung. Schon in der ersten Folge BLACKBOX ABSCHIEBUNG wurde über zwei Stunden kontrovers diskutiert: zwischen Fachleuten, Asylbewerbern aus Syrien und Dortmunder Bürgern. Der zweite Teil stellt diesmal ganz die Geschichten von Geflüchteten in den Fokus: Auf welcher Route gelangt man von Eritrea oder Syrien nach Dortmund? Wieso ausgerechnet hierhin? Wie überwindet man unüberwindbare Hindernisse? Und – was erwartet einen, wenn man es endlich geschafft hat?