5. April 2013 | Neues von bodo |

Bis zum nächsten Geierabend!

Heute fällt er, der letzte Vorhang der 21. Session des Ruhrpott-Karneval. Seit der Premiere am 5. Januar verließen 16.000 bestens unterhaltene Zuschauer 36 ausverkaufte Vorstellungen, die den typischen Geierabend-Mix aus Comedy, Kabarett und Satire boten.

Und eine Menge Neues:
Vor allem Benedikt Hahn, der mit der bereits im letzten Jahr dazugekommenen Miriam Rixen den Schauspieler-Nachwuchs bildet, überzeugte, ebenso wie junge Gast-Autoren. Mit Slammer und Kabarettisten Murat Kayi (mehr in der nächsten bodo) und Bochums „weltberühmtestem Indie-Helden“ Tommy Finke setzt der Geierabend neue Impulse. „Das hält den Laden frisch, kommt gut beim Publikum an und bringt eine sichtbare Weiterentwicklung“, sagt Darstellerin Franziska Mense-Moritz und recht hat sie.
Bissige Satire-Standups von Steiger Martin Kaysh neben Geierabend-Klassikern, heiße Eisen wie die Dortmunder Neonazis und das verwaiste Museums-U neben gekonnten Musikszenen – der Ritt „durchs wilde Ruhrdistan“ ist ein Erlebnis, auf das wir uns auch ein zweites Mal freuen.
Zur heutigen Derniere wird nicht nur in guter Geierabend-Tradition eine Menge (geplant) schiefgehen, es wird auch der Pannekopporden verliehen. 28,5 kg rostiger Stahl gehen an Bundesumweltminister Norbert Röttgen für seinen Plan, Castor-Transporte von Jülich durchs Ruhrgebiet nach Ahaus zu schicken. Heute morgen bei der Pressekonferenz erklärte Martin Kaysh: „Das zieht Atomtouristen aus dem ganzen Land an und pumpt Geld in die Region, denn rein statistisch lässt jeder Tourist 95 Euro pro Tag im Ruhrgebiet.”
Röttgen hat sich per Applausometer gegen CDU-Politiker Martin Klieve durchgesetzt, der seit seiner Idee, klamme Ruhrgebietskommunen aufzulösen und den solventen Nachbarn zuzuschlagen, oft allein am Tisch sitzt.
Röttgen, der den Orden traditionsgemäß bis zum Ende der Fastenzeit tragen soll, ließ sich zwar entschuldigen, aber wer weiß. Wir sind jedenfalls gleich dabei auf Zeche und ein bisschen feiern werden wir auch hinterher.
Schließlich haben die Geierabend-Besucher auch dieses Jahr ihre übriggebliebenen Getränkemarken gespendet, den Erlös erhält bodo. Und so wie die gut gefüllte Spendenbox aussieht, ist auch das wieder ein wirklicher Grund zu feiern!