5. April 2013 | Soziales | Pressemitteilung |

Alles. Von allen. Für alle.

Euromayday Ruhr tanzt in Bochum in den Mai

„Made in Common“ ist das vielschichtige Motto des diesjährigen Euromayday Ruhr, der offenen und lustbetonten Maidemonstration gegen die Prekarisierung unserer Lebensverhältnisse. „Die Welt ist voller Reichtum und sie gehört uns allen!“

Der Euromayday ist ein offener Zusammenschluss einer Vielzahl von Initiativen. Das Mitgestalten ist ausdrücklich erwünscht, kreative Kostüme und Parolen ersetzen Parteifahnen. Statt dröger Reden und Appelle unterbrechen Interviews mit Vertretern politischer oder sozialer Akteure den Demonstrationszug, der eher im Tanzschritt als im Prozessionstrott vorwärts kommt.
Im letzten Jahr liefen und tanzten 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch Dortmund, mit Zwischenstopps am Nordmarkt, an der Kneipe Hirsch-Q, die immer wieder Ziel von Angriffen Dortmunder Neonazis ist, am leerstehenden Ostwall- Museum und am Dortmunder U. Das Motto damals: „Her mit dem schönen Leben!“
Diesmal geht es am Vorabend des 1. Mai durch die Bochumer Innenstadt, um 19 Uhr startet der Zug am Südausgang des Hauptbahnhofs. Das diesjährige Motto „Made in Common“ bedeutet erst einmal „gemeinsam produziert“. Der Gedanke dahinter: „In unseren Gesellschaften entsteht Reichtum zunehmend durch immaterielle Arbeit, Wissen und Kommunikation sind zu den wichtigsten produktiven Kräften geworden, und die entstehen eben in der gesamten Gesellschaft. Wir alle produzieren den gesellschaftlichen Reichtum, doch wenige eignen ihn sich an und verknappen ihn künstlich.“
Ergebnis sind europäische und lokale Sparprogramme von Griechenland bis Bochum. Allein die Stadt Bochum will in den nächsten zehn Jahren 150 Millionen Euro durch den Abbau öffentlicher Leistungen und die Erhöhung von Gebühren und Steuern sparen. Die BürgerInnen sind aufgefordert, sich an den Kürzungsvorschlägen zu beteiligen.
Im Aufruf zum Euromayday heißt es: „Unter der scheinbaren Alternativlosigkeit von Sparmaßnahmen wird jede Diskussion darüber, was ein sinnvolles Gemeinwesen wäre, erstickt.“
Der Euromayday will auch eine Plattform sein für Konzepte jenseits einer Bürgerbeteiligung à la Bürgerforum. In „Made in Common“ schwingt schließlich auch die Idee des Gemeinsamen als Gegenmacht mit.
Und die stellt sich anders da als bei der klassischen Maidemonstration in der Tradition der Arbeiterbewegung: „Vielen wird die Teilhabe verwehrt, ihre Ansprüche werden bekämpft mit niedrigen Löhnen, mit Erwerbslosigkeit, mit Ausschluss und Unsicherheit, mit ihrer Auslieferung an den Markt.
Wenn das gesamte Leben zur Arbeit geworden ist, dann ist dieses Leben heute prekär.“
Der Euromayday will alle zusammenbringen. Diejenigen mit und die ohne Arbeit, die mit zu viel und die mit zu wenig, die in der Mitte und die am Rand. Für eine kämpferische Party und einen politischen Tanz in den Mai.

Euromayday-2012
INFO www.euromayday.noblogs.org