28. November 2014 | Straßenmagazin |

Spannende Perspektive

„Und hier können wir mal duschen, dort übernachten. Kleidung gibt es eine Ecke weiter…“ – eine Stadttour mal ganz anders, dann, wenn Menschen ohne Wohnung Ihnen „ihre“ Stadt zeigen, den Blick auf Orte lenken, an denen man sonst vorbeiläuft. Unsere Soziale Stadtführung verspricht einen spannenden Perspektivenwechsel.

Selbst für „Ureinwohner“ ist die knapp zweistündige Führung mit einem unserer bodo- Verkäufer quer durch die Innenstädte von Dortmund bzw. Bochum beeindruckend. Denn hätten Sie gewusst, wo sich wohnungslose Menschen aufhalten können? Wo ihnen Hilfe angeboten wird und wie die Selbsthilfenetze aussehen? Wer hinter den Angeboten steht? Wie ein Tagesablauf in der Stadt überhaupt aussieht, wenn es keine eigene Rückzugsmöglichkeit gibt? All diese Fragen werden von unserem Stadtführerteam mit viel Insiderwissen beantwortet, während sie Sie hinter Türen führen, die der Öffentlichkeit sonst verschlossen sind.

In Bochum ist die Soziale Stadtführung schon seit rund zwei Jahren ein eingespieltes Format. In Dortmund ist sie noch neu, seit November gibt es einen festen monatlichen Termin. Hier führt der Weg unter anderem zur Übernachtungsstelle für wohnungslose Männer, zur Bahnhofsmission oder in Tageseinrichtungen wie das Gast-Haus oder den „Brücken-Treff“. Unsere Stadtführer schildern zum Teil sehr persönliche Erfahrungen, Mitarbeiter führen durch ihre Einrichtungen, die vielen „Normalbürgern“ unbekannt sind, für Menschen auf der Straße aber zu den wichtigsten Orten der Stadt gehören.

Wer ebenfalls die Stadt aus ganz anderer Perspektive kennenlernen möchte, kann sich unter der Rufnummer 0231 – 950 978 0 anmelden. Auch individuelle Führungen für Gruppen können gebucht werden.